Mittwoch, 4. Mai 2011

2mB/h - 2 Meter Brücke pro Stunde ...

Die Frage, was die größere "Challenge" ist - 8:00 Uhr anfangen oder in 10 Stunden eine 20m lange und bis zu 4m hohe Brueckenkontruktion zu errichten - ist eigentlich schnell beantwortet. Und dennoch waren die meisten pünktlich auf der "Baustelle" :-)

10 Stunden - eine Brücke - ein echtes Rennen
Rueckblick: Eigentlich geht alles schon vor dem 04.Mai 2011 los. IBM feiert dieses Jahr den 100sten Geburtstag und aus diesem Anlass sollen soziale Projekte in der Region ausgemacht und ausgeführt werden. Die Jugendfarmen in der Stuttgarter Region sind begeistert und somit ist Anfang April ein Projekt fuer ein ca. 15 Personen starkes IBM gefunden: "Ein Brückentag mit Brücke bauen" auf der Jugendfarm in Filderstadt.

So sieht's aus als wir das erste Mal auf der JuFa sind - nur ohne Schnee
Mitte April - Vorortbesichtigung. Die "Randbedingungen" sind schnell definiert. Eine alte marode Brücke soll durch eine neue ersetzt werden. Gebaut wird sie aus Baumstämmen und dicken Holzbohlen. Das Konstrukt wird mit Gewindestangen verschraubt.


Das IBM Team beginnt mit der Planung der "idealen" Brücke sowie Überlegungen zur Bauausfuehrung - alles soll an einem einzigen Tag erledigt sein. Wichtigste Vorraussetzung bleibt jedoch: Alle wollen da unbedingt mitmachen. Neben der super Aussicht auf spannende Holzarbeiten werden kulinarische Highlights durch die Jugendfarm organisiert - dazu später mehr.

Nach zwei Planungsrunden liegen Bruecken- und Projektplan vor :-) - die Entscheidungsgremien legen den 4.Mai als Einsatztag fest. Das Wetter spielt mit ... also stehen wir ab 8:00 Uhr morgens auf der Baustelle - noch ohne Brücke. Letzte Absprachen sind getroffen, die Videoaufzeichnung läuft ... es geht los!



Los geht's: Stämme werden von einer Seite auf die andere sortiert, Löcher werden auf- und zugegraben - erste Stützen gesägt, geschält und aufgerichtet dann ausgerichtet - langsam findet jeder seine Aufgaben ... oder eine Aufgabe findet ihn.







Zehn Uhr morgens in Filderstadt, die Sonne scheint - ein erster Teil der Brücke steht. Die "Brotzeit" haben wir uns verdient - Brezeln und Kaffee schmecken bei diesem Wetter extrem lecker.


Weiter gehts - Stützen setzen, ausrichten, umlegen, neues Loch graben, wieder setzen und nochmal ausrichten. Darin sind wir gut und am Ende haben wir das perfektioniert.

7 Schwaben ?
Nebenher haben die "Sieben Schwaben" einen der langen Querbalken geholt ... und der wird dann in die Träger "eingefädelt". Kurz darauf steht auch der erste Längsgang der Brücke und kann "beplankt" sowie mit einem Geländer gesichert werden.


 


In der Zwischenzeit ist auch am 4m hohen Übergang zum Rutschenturm einiges geschehen. Die meisten Balken stehen und sind bzw. werden gerade fixiert.



Die Arbeiten am Quergang laufen auf Hochtouren und kurz vor dem Mittag können auch hier die beiden Trägerbalken aufgelegt werden.Der Job kann nicht bis nach dem Essen warten - also heisst es für die "ganz schnellen Essensgeher" - Besteck fallen lassen, und noch fix zwei 6 Meter lange  Holzstämme "lupfen".


Jetzt ist auch das Mittag verdient :-). Es gibt lecker Nudeln mit Bolognese bzw. Käse Soße, dazu Salat und einen Nachtisch - Kompliment an die Köche. Zum Mittag gesellt sich auch die Presse an unseren Tisch - "Bohren und Schwitzen - statt am Computer sitzen" titelt am nächsten Morgen die Filderbeilage der Stuttgarter Zeitungen.


Wir lassen uns nicht vom "Medienrummel" beeindrucken - es gibt noch jede Menge zu tun. Nach vielen, vielen Vorbereitungen kommen wir irgendwann nicht mehr drum herum: Die 7m langen Stämme (min. 30cm Durchmesser :-) müssen irgendwie auf die 4m hohen Stützen gelangen. Irgendwie? Wie?




Mit einer gesunden Kombination aus "roher" Gewalt, Willenskraft, einem Seil und einer Leiter lässt sich anscheinend jedes "Irgendwie" bewerkstelligen- niemand ist verletzt aber die beiden Bäume liegen oben.

Nach diesem Akt folgt eine echte Belohnung - ein weiterer Gaumenfreuden, serviert von der Jugendfarm: selbstgebackener Erdbeer-Sahne-Quark-Super-Lecker-Ich-Will-Noch-Ein-Stück Kuchen. Das Rezept findet der interessierte und hungrige Leser unter folgendem Link:

http://www.rezeptwiese.de/rezepte/60627-erdbeer_kaesekuchen_vom_blech

Die Planken auf den "niederen" Teilen der Brücke sind fast fertig, ebenso das Geländer. Was bleibt sind die Treppe und die 4m Passage.


Das Eine eher eine handwerkliche, das Andere eher eine "akrobatische" Herausforderung. Wenn bei dem einen nix ohne Zollstock und Geschick beim Sägen geht, geht beim anderen nix ohne Sicherung :-) ...  also Kletterzeug rausgeholt, Seil gespannt und in luftiger Höhe losgebohrt, gesägt und genagelt.


So langsam nähert sich alles dem Ende ... an der Treppe und am Geländer zum bzw. im 4m hohen "zweiten" Stock werden gerade die letzten Schrauben eingedreht. Das Geländer wird auf  "Bauchnabelhöhe" fixiert - also exakt bei einem Meter :-)








Was jetzt folgt lässt sich nicht ganz klar definieren - Mutprobe für alle Beteiligten oder Belastungsprobe für die neue Brücke. Fakt ist gegen 20:30 stehen fast alle die irgendwo einen Nagel, eine Schraube, ein Brett, eine Gewindestange an diese Brücke gebaut haben, oben drauf


... und sie hält!

Das Feuer für die Grillparty lodert schon ... die ersten Steaks bruzzeln auch bald auf dem Grill. Das Bier schmeckt nach diesem "Brückentag" spitzenmässig. Bröttchen, Kartoffelsalat und - völlig ausserplanmässig - "Jugendfarm"-Nudelsalat - lassen keinen Platz für Hunger.


Natürlich wird über die Aktion der letzten 12 Stunden philosophiert. Das Rennen mit der Zeit um eine Brücke die keinen Namen hat, aber von den Kids der Farm schon sehnsüchtig herbei gerufen wird :-) ... und nicht zu letzt - vielleicht sogar vor allem - um den Spass an der "Strecke".

.... dieses Gefühl, gemeinsam was auf die Beine gestellt zu haben. Cool! Danke!

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